Sonntag, 3. August 2014

Logic Pro X & Garageband 10 - Musikmonster für minimales Geld!

Willkommen im El-Dorado für Heim, Semi-Pro und Pro Musiker!

Viel wurde diskutiert als Apple im letzten Jahr Garageband von der iLife Version auf version 10.x gehievt hat, was auf den ersten Blick auch den Wegfall einiger aus den iLife Vorgängern beliebten Funktionen zur Folge hatte. Allen voran die Podcast Funktion mit der Möglichkeit Files mit Kapitelmarkern zu exportieren.
Apple tat gut daran bei der Installation von Garageband 10 die zuletzt vorhandene iLife Variante (wie auch schon bei iMovie) auf der Festplatte zu belassen und GB10 als eigenes Programm zusätzlich zu installieren. Der erste Aufschrei legte sich alsbald, da man ja auf Wunsch auch einfach mit der anderen Version weiterarbeiten kann. Wieso aber dann eine neue GB Version? Und wieso auf diese Wechseln?

Garageband ist das neue Logic Express für nahzu „umme“

Um diesen Schritt zu rechtfertigen muss man den Blick ein wenig über den „Ich klick mir hier mal schnell einen Klingelton zusammen“ Tellerrand heben und einen Blick in die Runde der Musikerkollegen werfen, denn bei diesen brach bereits kurz nach der Veröffentlichung von GB 10.x helle Begeisterung aus. Das musste auch ich mir natürlich angucken und muss nach einem halben Jahr und etlicher Projekte sagen: Ich kann diese Begeisterung um das „neue“ Garageband 10.x zu 100% teilen. Zwar ist die kostenlose Grundversion nur mit arg beschränkten Bibliotheken ausgestattet und kaum mehr als ein „ich probier mal“ wert - für den Aufpreis von nur 4,49 wird aber ein nochmals aufgebohrter Funktionsumfang freigeschalten (und steht nachladbar zur Verfügung) den man zuvor mit der alten Version für um die 20 Euro nicht hatte.


Identische Benutzeroberflächen
Bereits beim ersten Start wird ersichtlich was Apple mit Garageband 10 gemacht hat: Während die Logic Express Version für Heimanwender vor geraumen scheinbar ersatzlos gestrichen wurde und Apple seine vormals 1000 Euro teure Pro Version auf einen Preis für ca. die Hälfte der vorherigen „Light“ Version gesetzt hat, wurde Garageband komplett an die High End Variante angepasst und das für nahezu umsonst. Soll heißen: Wo Garageband draufsteht ist ab dieser Version im Grunde Logic drin. Für 4,49 Euro gibts eine Software die problemlos eine nahtlose Produktionsvorstufe für Profi Musikproduktionen darstellt, weil die Projekte von Garageband nahtlos in Logic Pro X importiert werden können. Wie nah das neue Garageband an Logic ist verdeutlichen die beigefügten Screenshots.
Aber es ist nicht nur das aussehen, auch vom Handling her ist Garageband ab dieser Version absolut Produktionstauglich. Das fängt von den viel detaillierteren Möglichkeiten an was keyframes für Pan/loudness angeht. Hier unter älteren GB Versionen den richtigen Wert zu treffen war stets eine unwürdige Frickelei. Ab Garageband 10 ist der Worklflow mit der Pro Version nahezu vereinheitlicht. Selbst das Einbinden von AU Plugins ist wie beim „großen Bruder“ problemlos möglich und wird beim Import auch perfekt übernommen.


Amp Designer mit nur einem winzigem Unterschied ^^


Die helle Freude am neuen Garageband werden vor allem Gitarristen haben. Klinkekabel in den Mac, den Amp Designer öffnen und aus dem Staunen nicht mehr herauskommen. Sowohl was die Möglichkeiten und möglichen Kombinationen an Amps, Boxen, Mikrofonen und deren Positionierung angeht,- als auch deren nahezu lebensechten Sounds! Der Amp Designer steht Gitarristen bereits in Garageband im gleichen Funktionsumfang zur Verfügung wie unter Logic Pro X. Dazu gibts noch die Möglichkeit sich ein Pedalboard zusammen zu klicken welches alles enthält was das Gitarristenherz begehrt.

Identische Pedalboard Möglichkeiten für Gitarristen

Auch hier findet man den identischen Umfang zur Pro Version vor. Bassisten können einen ähnlichen Amp Designer leider nur unter Logic nutzen und müssen bei Garageband auf eine vorgefertigte Amp+Box+Mikro Konstellation setzen, die sich jedoch natürlich mittels EQ und Plugins, sowie etlichen Pre-Sets konfigurieren lässt.

Bibliothek

Unterschiede im Spurenhandling

Und Logic so?

Da sich die Anpassungen der beiden Softwarepakete durch nahezu alle Bedienelemente zieht, ist ein Umstieg mit wachsenden Ansprüchen von Garageband zu Logic Pro X zu einem späteren Zeitpunkt nahezu mühelos möglich. Ob das Ganze im Endeffekt notwendig ist muss natürlich jeder selbst entscheiden. Angesichts des Preises von gerademal 179,- Euro sollte sich die Frage für jeden, der mittelfristig mehr mit Musiksoftware anfangen will und kann im Grunde nicht stellen. Für diesen Preis hat man noch vor wenigen Jahren nichtmal eine abgespeckte Pro Version bekommen. Mit Logic Pro X liefert Apple ein quasi High-End Produktionswerkzeug für einen absolut unschlagbaren Preis. Man muss nur mal einen Blick auf das quasi Pendant Cubase werfen. Hier schlägt die „Elements“ Version mit 99,- Euro zu Buche, eine „Artists“ Version, die vom Funktionsumfang nur wenig über der 4,49 Variante von Garageband liegen dürfte, gibts für 299 Euro und für ein vollwertiges aktuelles Cubase 7.5 legt man 599,- Euro auf den Tisch. Oder mit einem anderen Beispiel ausgedrückt: Selbst den „Magic Music Maker“ gibts erst ab 59,- Euro bzw 99,- Euro in der Premium Version welche es kaum mit der kostenlosen/4,49 Variante von Garageband aufnehmen kann.
Wer ein rundum Sorglos Paket sucht kann auf der Mac Plattform mit Logic also im Grunde nichts falsch machen und dank dem aktuellen Garageband kann jeder der sich unsicher ist mittels 4,49 In-App Kauf beim ansonsten kostenlosen Garageband antesten ob die Software grundsätzlich seinen Ansprüchen gerecht werden kann.

Mischpult in Logic Pro X

NATÜRLICH hat dann Logic Pro X gerade aus produktionstechnischer Sicht nochmal einiges mehr zu bieten als nur eine erweiterte Loop und Sound Bibliothek. Die Konfiguration und das Handling einzelner Spuren Setups ist um einiges komfortabler wie man im direkten Vergleich sehen kann. Desweiteren ist da natürlich noch das große Mischpult, welches es in Garageband so nicht gibt und gerade für die Endproduktion funktional seine Vorteile hat, umfangreichere EQ und Preset Möglichkeiten sowie natürlich der schon erwähnte Amp Designer auch für Bassisten.

FAZIT:

Ich für meinen Teil arbeite seit Jahresbeginn mit dem Workflow, dass ich am MacBook unter GarageBand sämtliche Recordings von Gitarren und Bass vornehme, außerdem sämtliche Arrangements erstelle und bereits die Rohmixe vorbereite und dann das Projekt für die Endproduktion, den finalen Mix und Mastering am großen Rechner unter Logic Pro X fertigstelle und dabei die Pre-Production Garageband Projekte nahtlos übernehmen kann. Da auch sämtliche Plug-ins untereinander kompatibel sind, lässt sich hier bereits unter Garageband eine mehr als umfangreiche Pre-Produktion vornehmen.


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1 Kommentar:

  1. Mit dem gestrigen Update hat Garageband übrigens weiter nachgelegt und den Amp Designer jetzt auch für Bassisten integriert. Damit rücken Garageband und LogicProX noch näher zusammen.

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